Login
Login

Wohnungssuche in der Schweiz: Zahlen zu Angebot und Wohnkosten

Das Wohnungsangebot ist regional sehr unterschiedlich: In Lugano kamen dreimal so viele Mietwohnungen pro Einwohner auf den Markt wie in Luzern. Comparis zeigt das Angebot pro Einwohner in den Städten, die genutzten Suchkanäle und die Belastung durch die Wohnkosten.

Nicolas Mürset Foto
Nicolas Mürset

17.09.2026

Share via:

Share via:

Moderne Wohnung in der Schweiz

iStock / Michael Derrer Fuchs

1.In welchen Städten ist die Auswahl an Mietwohnungen am grössten?
2.Wie viele Leute mieten prozentual und wer zahlt weniger als die Marktmiete?
3.Wie wird in der Schweiz eine Wohnung gesucht und gefunden?
4.Wie finden Sie eine Wohnung ohne persönliche Kontakte?
5.Wie viel zahlen Haushalte fürs Wohnen?
6.Wie finden Sie in einem angespannten Markt eine Wohnung?

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Angebot ist regional sehr unterschiedlich: In Lugano wurden 53 Mietwohnungen pro 1’000 Einwohner ausgeschrieben, in Luzern nur 16.

  • Immobilienportale sind der wichtigste Weg: 44 Prozent der Befragten wurden über Portale fündig, 41 Prozent aber auch ganz ohne öffentliches Inserat.

  • Die Wohnkosten belasten ungleich: 16 Prozent der Befragten geben mehr als ein Drittel des Brutto-Haushaltseinkommens fürs Wohnen aus. Bei tiefen Einkommen sind es 36 Prozent.

1. In welchen Städten ist die Auswahl an Mietwohnungen am grössten?

In den zehn grössten Schweizer Städten wurden innerhalb eines Jahres knapp 45’000 Mietwohnungen öffentlich ausgeschrieben. Grundlage sind 44’654 Direktinserate von Ende Juni 2025 bis Ende Juni 2026, die bei Comparis ausgeschrieben wurden. Die meisten entfielen auf Zürich, gefolgt von Genf, Basel und Lausanne.

Die absolute Zahl sagt allerdings wenig über die Chancen aus, weil sich die Städte in ihrer Bevölkerungszahl stark unterscheiden. Aussagekräftiger ist das Angebot pro 1’000 Einwohner. Dort führt Lugano mit 53 Inseraten, gefolgt von Lausanne mit 39 sowie Biel/Bienne, St. Gallen und Basel mit je 33.

Deutlich tiefer liegen die grossen Städte: Genf kommt auf 29 Inserate pro 1’000 Einwohner, Zürich auf 28, Bern auf 26. Am wenigsten Auswahl gab es in Winterthur mit 18 und Luzern mit 16 Inseraten. Gemessen an der Bevölkerung wurden in Lugano damit mehr als dreimal so viele Wohnungen ausgeschrieben wie in Luzern.

Alle Mietinserate an einem Ort

Im Immobilienmarkt von Comparis finden Sie die Inserate der gängigen Immobilienportale sowie Direktinserate bei Comparis an einem Ort. Filtern Sie nach Region, Grösse und Budget. Mit einem Suchabo sehen Sie neue Angebote früh.

2. Wie viele Leute mieten prozentual und wer zahlt weniger als die Marktmiete?

Knapp zwei Drittel der Bevölkerung wohnen zur Miete (64 Prozent), etwas mehr als ein Drittel wohnt im selbstgenutzten Wohneigentum (36 Prozent).

15 Prozent der Mietenden leben in einer Genossenschaftswohnung. In den Städten liegt der Anteil bei 17 Prozent, auf dem Land bei 7 Prozent. Zusätzlich profitiert rund ein Achtel der Mietenden von einer vergünstigten Miete: 4 Prozent wohnen staatlich subventioniert, 7 Prozent zahlen eine vergünstigte Miete ohne Subvention, 2 Prozent erhalten eine individuelle Verbilligung.

Jüngere Mietende zahlen seltener die volle Miete. Von den 18- bis 35-Jährigen zahlen 72 Prozent eine reguläre Marktmiete, bei den 36- bis 55-Jährigen sind es 86 Prozent. Wie angespannt die Lage insgesamt ist, lesen Sie im Artikel zur Wohnungsnot in der Schweiz.

3. Wie wird in der Schweiz eine Wohnung gesucht und gefunden?

36 Prozent der Bevölkerung waren in den letzten drei Jahren auf Wohnungs- oder Haussuche, gut ein Fünftel innerhalb der letzten zwölf Monate. Bei den 18- bis 35-Jährigen suchte in den letzten drei Jahren mehr als die Hälfte (55 Prozent).

Am häufigsten genutzt werden Immobilienportale: 47 Prozent suchten darüber. An zweiter Stelle folgt das persönliche Netzwerk mit 33 Prozent, danach Social Media und der Direktkontakt mit Liegenschaftsverwaltungen mit je 10 Prozent.

Bei der Suche fanden 44 Prozent ihr Zuhause tatsächlich über ein Immobilienportal, 41 Prozent aber ganz ohne öffentliches Inserat. Ohne Inserate führte am häufigsten das persönliche Netzwerk zum Ziel (27 Prozent). Je 7 Prozent wurden über den Direktkontakt mit einer Verwaltung oder eine direkte Nachfolge fündig.

How good is your home search strategy?

In two steps, the home search check shows you what share of the successful search channels your own channels cover – and where you have a blind spot.

Immobilienportale sind der wichtigste einzelne Weg zum neuen Zuhause. Gleichzeitig zeigt unsere Umfrage, dass Wohnungssuchende verschiedene Kanäle nutzen und auch persönliche Kontakte eine wichtige Rolle spielen. Gerade in einem angespannten Wohnungsmarkt kann es sich deshalb lohnen, bei der Suche mehrere Wege gleichzeitig zu nutzen

Author Dirk Renkert Foto
Dirk RenkertComparis-Immobilien- & -Finanzexperte

Jüngere finden digital, Ältere über Kontakte

Rund die Hälfte der unter 56-Jährigen fand das Zuhause über ein Immobilienportal (51 und 47 Prozent). Bei den über 55-Jährigen waren es 30 Prozent. Dafür zählten bei ihnen persönliche und traditionelle Wege mehr: 33 Prozent wurden über das persönliche Netzwerk fündig, weitere 23 Prozent über analoge Kanäle oder den Direktkontakt mit einer Verwaltung.

Auch die Sprachregion spielt eine Rolle. In der Deutschschweiz fanden 47 Prozent ihr Zuhause über ein Immobilienportal, in der Romandie nur 34 Prozent. In der Westschweiz waren Social Media (13 gegenüber 3 Prozent) und der Direktkontakt mit Verwaltungen wichtiger.

Wer erst kurz in der Wohnung lebt, hat sie häufiger online gefunden: Bei einer Wohndauer von höchstens drei Jahren war es gut die Hälfte, bei mehr als fünf Jahren 39 Prozent.

4. Wie finden Sie eine Wohnung ohne persönliche Kontakte?

51 Prozent der Befragten suchten ihr Zuhause selbst, ohne persönliches Netzwerk und ohne Social Media. Von dieser Gruppe gaben 29 Prozent an, niemanden zu kennen, der bei der Suche helfen konnte. Weitere 18 Prozent versuchten es, blieben damit aber erfolglos. Mehr als ein Drittel kam ohne persönliche Kontakte aus, weil diese Befragten direkt über einen anderen Kanal fündig wurden.

In der Romandie versuchten 28 Prozent erfolglos, über persönliche Kontakte oder Social Media fündig zu werden, in der Deutschschweiz 15 Prozent.

Persönliche Netzwerke können bei der Wohnungssuche hilfreich sein, stehen aber nicht allen gleichermassen zur Verfügung. Wer keinen Zugang zu solchen Kontakten hat, ist stärker auf öffentlich zugängliche Suchwege angewiesen. Das zeigt, wie wichtig ein möglichst breiter und transparenter Zugang zum öffentlich ausgeschriebenen Wohnungsangebot ist

Author Dirk Renkert Foto
Dirk RenkertComparis-Immobilien- & -Finanzexperte

5. Wie viel zahlen Haushalte fürs Wohnen?

Gut zwei Drittel der Befragten zahlen weniger als 2’000 Franken pro Monat fürs Wohnen (68 Prozent), ein Viertel mindestens 2’000 Franken.

Zwischen Mietenden und Eigentümerschaft zeigen sich klare Unterschiede. 27 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer zahlen weniger als 1’000 Franken pro Monat, bei den Mietenden sind es 11 Prozent. Im mittleren Bereich ist es umgekehrt: Fast die Hälfte der Mietenden gibt zwischen 1’500 und 2’499 Franken aus (49 Prozent), gegenüber 29 Prozent der Eigentümerschaft.

Haushalte mit tiefem Einkommen, Einpersonenhaushalte und Ältere tragen die höchste Last

Über die Belastung entscheidet nicht die Höhe der Wohnkosten, sondern wie viel vom Einkommen sie beanspruchen. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) gibt mindestens ein Viertel des Brutto-Haushaltseinkommens fürs Wohnen aus, 16 Prozent mehr als ein Drittel.

Am stärksten belastet sind tiefe Einkommen. Bei einem Einkommen bis 4’000 Franken geben 36 Prozent mehr als ein Drittel fürs Wohnen aus. Bei 4’000 bis 8’000 Franken sind es 17 Prozent, bei über 8’000 Franken 6 Prozent. Umgekehrt geben 59 Prozent der Haushalte mit hohem Einkommen weniger als ein Viertel ihres Einkommens fürs Wohnen aus, bei Einkommen bis 4’000 Franken nur 18 Prozent.

6. Wie finden Sie in einem angespannten Markt eine Wohnung?

Das Angebot ist knapp und regional sehr unterschiedlich. Diese fünf Punkte erhöhen Ihre Chancen:

  • Mehrere Suchwege gleichzeitig nutzen. Nutzen Sie neben Immobilienportalen auch persönliche Kontakte, Social Media und Liegenschaftsverwaltungen. Ein Suchabo zeigt Ihnen neue Angebote früh.

  • Bei Genossenschaften und Stiftungen suchen. Sie vermieten oft langfristig bezahlbaren Wohnraum. Informieren Sie sich früh über Voraussetzungen und Wartelisten.

  • Bei den Suchkriterien flexibel bleiben. Unterscheiden Sie zwischen unverzichtbaren Anforderungen und blossen Wünschen. Mit Spielraum bei Fläche, Zimmerzahl oder Lage finden Sie mehr Angebote.

  • Übergangslösungen prüfen. Eine WG, eine Untermiete oder eine befristete Wohnung nehmen den Zeitdruck weg.

  • Suchradius erweitern. Prüfen Sie auch angrenzende Gemeinden und Agglomerationen, dort aber die Verkehrsverbindungen zum Arbeits- oder Ausbildungsort.

Mehr dazu lesen Sie in den Tipps für die Wohnungssuche. Haben Sie eine passende Wohnung gefunden, helfen die Tipps zur Wohnungsbewerbung weiter.

Methodik

Die repräsentative Befragung führte das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von comparis.ch im August 2026 durch. Befragt wurden 1’038 Erwachsene aus allen Regionen der Schweiz. Einzelne Auswertungen beziehen sich auf Teilgruppen, etwa nur auf Mietende oder nur auf Selbstsuchende.

Der Angebotsindex misst die Zahl der ausgeschriebenen Mietwohnungen pro 1’000 Einwohner. Grundlage für die Bevölkerungszahlen sind die Daten des Bundesamts für Statistik (BFS).

Share via:

This article was first published on 17.09.2026

Das könnte Sie auch interessieren

Wohnungsnot: Das denken Schweizer über Massnahmen

01.06.2026

Wohnungsbewerbung in der Schweiz

14.04.2026

Die erste eigene Wohnung: Kosten, Infos & Bewerbungstipps

07.08.2026

Wohnkostenkrise in der Westschweiz: Viele Haushalte am Limit

13.05.2025